Geschichte

Ein kurzer geschichtlicher Überblick des Priv. Unif. Bürgercorps der Stadt Hallein.

Mit seinen rund 19.000 Einwohnern ist Hallein die zweitgrößte Stadt des Bundeslandes Salzburg. Ihre Geschichte und Entwicklung ist mit der Gewinnung und dem Handel des "Weißen Goldes", wie das Salz oft bezeichnet wird, untrennbar verbunden.

Der Salzträger im Stadtwappen dokumentiert noch heute diesen durch viele Jahrhunderte maßgebenden Wirtschaftszweig, der den Bürgern der Stadt Reichtum und Einfluss brachte.

Die Bürger von Hallein genossen im späten Mittelalter eine Reihe bestimmter Rechte, die erstmals 1287 nach dem Salzburger Stadtrecht fixiert wurden.
Daneben hatten sie aber auch Pflichten zu erfüllen, dazu gehörte die Verteidigung der Stadt, die Instandhaltung der Befestigungen und, zur Wahrung der inneren Sicherheit, die Stellung von Nachtwachen.
Diese Aufgaben führten zur Entstehung festgefügter Vereinigungen bewaffneter Bürger und zur Gründung des

"Privilegierten Uniformierten Bürgercorps der Stadt Hallein".

Der Name "Bürgercorps" war bis 1918 aufrecht, da vorher die Bezeichnung "Bürger-Garde" verboten war.
Danach nannten wir uns "Bürgergarde", wobei heute der eine wie auch der andere Name Verwendung findet.

Als eine der frühesten Erwähnungen findet sich das Jahr 1612, als die Bürgergarde, ausgestattet mit Hellebarden und gelb- und blauseidenen Feldbinden, anlässlich des Besuches von Erzbischof Markus Sittikus (1612-1619) in Hallein paradierte.

Unsere älteste Fahne stammt aus dem Jahre 1688.
Sie wurde der Halleiner Bürgergarde von Erzbischof Ernst Graf Thun verliehen. Eine Reihe weiterer folgten, die wir von den jeweiligen Landesfürsten als besondere Auszeichnung gestiftet erhielten.

1724 durch Erzbischof Franz Anton Graf Harrach,
1731 durch Erzbischof Leopold Anton Freiherr Firmian,
1745 durch Erzbischof Ernst Graf Lichtenstein,
1748 durch Erzbischof Andreas Jakob Graf Dietrichstein,
1754 durch Erzbischof Siegmund III. Graf Schrattenbach und
1777 durch Erzbischof Hieronymus Graf Colloredo.

Was die mannschaftliche Stärke in dieser zeit anbelangte, so ist überliefert, dass 1790 die Garde um eine bürgerliche Kavallerietruppe von fünfzehn Mann erweitert wurde.

Für das 19. Jahrhundert mehren sich die schriftlichen Aufzeichnungen. Zunächst galt es für die Bürgergarde gleich zweimal, 1803 und 1804, zu bedeutenden Empfängen auszurücken, als Kaiser Franz I. Hallein seine Besuche abstattete.

1805 wurde der Garde die Ehre zuteil, von Kurfürst Ferdinand, Erzherzog von Österreich, eine Fahne verliehen zu bekommen.
Wenige Jahre später sahen sich die Halleiner in die kriegerischen Auseinandersetzungen 1809 mit Bayern und Franzosen verwickelt.
Die Bürgergarde sorgte für die innere Sicherheit der Stadtbewohner, konnte jedoch die Besetzung von Hallein nicht verhindern.
Als die Bayern die Herrschaft übernahmen (1810-1816), wurde die Bürgergarde aufgelöst und dafür eine Nationalgarde III. Klasse aufgestellt.

1837 trat die Bürgergarde wieder in den Blickpunkt der Geschichte, als sie zum Empfang zweier hoher Besuche in Hallein antrat.
Am 17. Juni von Erzbischof Schwarzenberg und
am 12. Juli von Kaiser Ferdinand I.
Die folgenden Jahrzehnte wurden bestimmt von zahlreichen organisatorischen Neuerungen.

1842 erfolgte der Beschluss, eine Corpskassa anzulegen.
Offiziere zahlten 36, Unteroffiziere 15 und Gemeine 4 Kreuzer Monatsbeitrag.

1843 bezog man das erste vereinseigene Heim im Rathaus und
1872 wurde die zu diesem Zeitpunkt 100 Mann umfassende Bürgergarde statt der alten Musketen und Luntengewehre mit Vorderladergewehren ausgerüstet.

1905 erfolgte die Umrüstung auf Werndl-Gewehre und
1912 wurde die Garde neu eingekleidet und erhielt ihr heutiges Aussehen.

Während des ersten Weltkrieges übernahm die Bürgergarde die Aufgabe, Wachdienste für die innere Sicherheit der Stadt zu stellen und wurde auch für die Überwachung der Eisenbahntrasse herangezogen.
Erst 1926 rückte sie wieder erstmals aus, um am Fahnenweihfest des Feldmarschall Graf Radetzky Veteranen- und Kriegervereins in Salzburg teilzunehmen.

Die letzte Ausrückung vor dem zweiten Weltkrieg, als jede Vereinstätigkeit eingestellt wurde, erfolgte 1937 anlässlich der Einweihung der Gruberr-Mohr-Gedächtniskapelle in Oberndorf. Es vergingen mehr als eineinhalb Jahrzehnte, bis sich das "Privilegierte Uniformierte Bürgercorps der Stadt Hallein" 1953 unter Hauptmann Anton Mayr neu formierte.

1963 stifteten Margarethe Mayr, Maria Galsterer, Margarethe Vogl und Pauline Rosenkranz die heutige Fahne.

In die 60er Jahre fielen drei große Empfänge:
1966 wurde König Olav V. von Schweden in Salzburg,
1969 Bundespräsident Dr. Franz Jonas in Hallein und im gleichen Jahr wurde Elisabeth II., Königin von England, in Salzburg empfangen.
1970 wurden dem Bürgercorps 50 Stück Mannlicher-Gewehre gespendet, womit das Corps einheitlich bewaffnet werden konnte.
1972 besuchte US Präsident Richard Nixon und
1975 US Präsident Gerald Ford und der ägyptische Präsident Anwar Sadat Salzburg.
Sie wurden vom Bürgercorps am Flughafen Salzburg empfangen.

1980 wurde das 750jährige Gründungsjubiläum gefeiert.
Partnerschaftstreffen der Stadt Hallein fanden 1987 in Ingolstadt, 1993 in Wiener Neustadt und im gleichen Jahr in Großdubrau-Dresden in Sachsen statt.
1994 rückte das Bürgercorps zum Empfang der holländischen Königin Beatrix I. und zu verschiedenen Veranstaltungen anlässlich der Salzburger Landesausstellung "Salz" in Hallein aus.

Die Halleiner Bürgergarde ist fixer Bestandteil der Stadt geworden und ist bemüht, als ältester Traditionskörper von Hallein auch weiterhin zum Ansehen und Wohle der Stadt die Tradition zu pflegen und erhalten.

                   "Bürgerwehr Hoch in Ehr"